Bundesratskandidatur: Ein Gegenkandidat als Demokratie-Alibi

Bundesratskandidatur: Ein Gegenkandidat als Demokratie-Alibi
Wird FDP-Ständerätin Karin Keller-Sutter neue Bundesrätin? Als bisher einzige Kandidatin stehen Ihre Chancen gut. Braucht es einen Gegenkandidaten?

Karin Keller-Sutter, Foto SRF (Bildschirmaufnahme)

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Sie ist dossiersicher, souverän, taff und die gegenwärtig einzige Kandidatin für die Nachfolge von noch Bundesrat Johann Schneider-Ammann. Sermîn Faki, Politik-Chefin der Tageszeitung «Blick» gefällt das nicht. Einerseits findet Faki, dass die Bundesversammlung eine Auswahl will und es nicht goutiert, wenn auf der Speisekarte nur ein Menü steht (Teilzitat).

Zum anderen ist die Blick-Journalisten der Meinung, dass eine Einerkandidatur Frau Karin Keller-Sutter nicht gerecht wird, weil die FDP-Kandidatin sonst als Quotenfrau durchgehen könnte. «Nur wenn sie gegen mindestens eine andere starke Persönlichkeit antritt, kann sie ihre vielgerühmte Souveränität beweisen».

Gesucht: Person zum verheizen

Die Forderung der Blick-Journalistin mag berechtigt sein, schliesslich ist eine Auswahl immer zu begrüssen, nicht nur in der Politik. Das Problem dabei ist, dass Frau Keller-Sutter innerhalb der Politik und auch bei allen Medien eine sehr hohe Akzeptanz geniesst. Die FDP-Ständerätin ist derzeit die haushohe Favoritin im Bundesratsrennen.

Ein möglicher Gegenkandidat oder eine mögliche Gegenkandidatin wird sich somit sehr wohl überlegen, ob es in dieser Situation etwas zu gewinnen gibt. Es scheint fast so, als möchte Frau Faki Frau Keller-Sutter, aber zugleich eine andere «starke Persönlichkeit». Die Politik-Chefin erwartet also, dass sich ein Mann, oder eine Frau verheizen lässt, nur damit frau Keller-Sutter nicht als Quotenfrau bezeichnet wird (von wem überhaupt, von Frau Faki?).

Seien wir nicht naiv. Jeder mögliche Gegenkandidat wird sich ganz genau ausrechnen, wie gross die Gewinnchancen sind. Kein Politiker ist so dumm, den Kopf als reiner als Alibi-Kandidat hinzuhalten. Wer kandidiert, will gewinnen. Sollte dann tatsächlich ein Mann als Gegenkandidat gewinnen, wäre Frau Faki wohl die erste, die sich darüber aufregen würde.

Unser Fazit

Das Leben ist kein Ponyhof. Ein Zweier- oder Dreierticket würde gegenüber Frau Faki und der restlichen Bevölkerung die perfekte Demokratie vorgaukeln. Vielleicht würden nach der Bundesratswahl sogar Einhörner durch die Luft springen. Vielleicht auch nicht.

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